Hochsensibilität bei Hunden

Inspiriert von dem Buch „Ist Ihr Hund hochsensibel“ von Tierarzt Bela Wolf, möchte ich heute in diesem Beitrag das Thema Hochsensibilität bei Hunden ansprechen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Hochsensibilität wirklich gibt. Ich weiß auch nicht, ob ich dem Ganzen einen Namen geben muss. Fakt ist allerdings, dass ich selbst und auch mein Hund extrem sensibel sind. Bei mir als Person, als Mensch, äußert sich das so, dass ich wenig Kontakt zu Menschen pflege, besser mit Tieren zurecht komme. Ich spüre einfach so wahnsinnig viel, was nicht ausgesprochen wird. Mein Hund ist da genau gleich. Er spürt, wenn sich Menschen streiten, wenn uns jemand nicht gut gesonnen ist. Er spürt, hört, sieht extrem viel, was anderen nicht auffällt. Klar, kann man sagen, wir können unsere Außenwelt Reize nicht gut filtern. Das klingt mir allerdings zu negativ, zu sehr nach „Opfer“. Ich möchte unsere extreme Sensibilität einfach gerne als Talent ansehen, welches uns oft schon vorwarnt und wir somit immer genau wissen, woran wir sind, bevor es andere wissen. Wir sind anderen oft einen Ticken voraus und können Situationen verlassen, bevor sie eskalieren 🙂

Leider ist das Leben mit einer extremen Sensibilität auch oft sehr unbequem. Man kann nicht angepasst leben. Man wird oft nicht verstanden. Man fällt oft auf.

Bei meinem Hund äußert sich das in Überreiztheit. Sie riecht und hört Hunde kilometerweit weg. Eigentlich tut das jeder Hund. Aber „normale“ Hunde interessiert es nicht. Sie können es ausblenden. Mein Hund reagiert allerdings auf alles mit Bellen. Wenn wir uns auf den Weg aus dem Haus machen, kommen viele Reize auf uns zu, da wir in einem großen Mehrfamilienhaus mit vielen Nachbarshunden- und Katzen leben.

Wenn wir den Hof betreten, hört man uns also. Und mein Hund bellt sehr laut. Man kann sich vorstellen, wie sehr wir auffallen. Mein Hund hört die Nachbarshunde, sieht den Postler, riecht und sieht eine Katze (wovor er Angst hat), spürt meine Unsicherheit, weicht einem Kind aus, usw. Und alles gleichzeitig. Es ist einfach das reinste Chaos. Wir wirken auf andere Menschen womöglich wie ein komplett unkontrolliertes Rudel, unerzogen und aggressiv.

Ich dachte längere Zeit, mein Hund sei aggressiv oder ein Problem-Hund. Bis ich dieses tolle Buch von Bela Wolf gelesen habe. Durch dieses Buch wurde mir bewusst, welch einen tollen Hund ich an meiner Seite habe.

Um mal die Vorzüge zu nennen:

  • Mein Hund spürt, wenn ich traurig bin und kommt sofort, um mich zu trösten.
  • Mein Hund hört Wildschweine im Gebüsch, die keiner wahrnimmt, und warnt mich.
  • Mein Hund spürt, wenn uns jemand nicht gut gesonnen ist, und enttarnt es mit Bellen.
  • Mein Hund kann sich unglaublich toll in andere Hunde fühlen und möchte ihnen ihre Sorgen nehmen, passt sich unfassbar toll an.

Um zum Punkt zu kommen. Mein Hund ist nicht aggressiv. Das habe ich mir mittlerweile von einem Hundetrainer bestätigen lassen. Ich denke, mein Hund ist einfach anders und braucht eine andere Vorgehensweise als andere Hunde, die Reize besser ausblenden können.

Alles, was ich an Hundetraining versucht habe, ging schief. Jede noch so strenge Methode war komplett das Falsche für meinen Hund. Ich musste alles, was ich gelernt habe, vergessen und neu aufbauen, was ich dachte, es sei richtig für uns.

Daher meine Tipps an Sie:

  1. Hundetrainer JA! Aber suchen Sie sich bitte einen Trainer, der sich mit sehr sensiblen Hunden auskennt und sie ernst nimmt. Hochsensible Hunde sind meistens diejenigen, bei denen man nicht weiter weiß, weil sie außer Rand und Band und total neben der Spur sind. Ein bisschen zu vergleichen mit einem Kind, das hochintelligent ist und nicht richtig verstanden und gefördert wird. Man kann einen hochsensiblen Hund nicht mit den gängigen Mitteln „streng erziehen“. Es kann die Persönlichkeit Ihres Hundes brechen, die Seele… und das macht krank. Die richtige Erziehung wird so aussehen: Viel Geduld, Liebe, Kommunikation und Vertrauen und dennoch Grenzen aufzeigen! Und beim Thema Hundetrainer-Auswahl kommt einem die Sensibilität sehr zu Gute, weil man relativ schnell spürt, welcher Trainer es gut meint und sich Mühe gibt, zu helfen, auch wenn er vielleicht selbst an Grenzen stößt. Für jeden Hundetrainer sind hochsensible Klienten eine Bereicherung, weil er sein Wissen und sein gesamten Tun und Handeln überprüfen und aufbessern kann. Ich nehme niemals jeden Tipp eines Trainers an, aber ich lerne liebend gerne und nehme sehr gerne an, was für uns passt. Ich kann nur raten, es mit dem Training und auch mit dem Hundesport nicht zu übertreiben. Gängige Zurechtweis-Methoden wie das Anstupsen in der Lenden- oder Halsgegend kann ich inzwischen nicht mehr befürworten. Beide Bereiche sind sehr empfindsam und beherbergen wichtige Organe und Funktionen. Meistens sind Hunde, die diese Methode oft erfahren haben, meine heutigen Kunden. Ich biege wieder zurecht, was kaputt trainiert wurde. Es macht mir Freude, aber es kann dem Hund erspart bleiben, wenn man einfach immer wieder überprüft, ob dem Hund das Zurechtweisen auf diese Art und Weise dauerhaft gut tut oder nicht. Wenn man einen Schäferhund mit einem leichten Stups zurechtweist ist es auch nochmal was anderes, als wenn man diese Methode bei einem kleinen zerbrechlichen Hund anwendet. Bitte hinterfragen Sie jede Methode, ob sie gut für Ihren Hund ist, organisch und seelisch.

 

  1. Gassi im Dorf oder in der Stadt könnte ab sofort gestrichen sein. Es ist wirklich so, wie Bela Wolf schreibt, „kaufen Sie sich ein Auto und gehen Sie in der Natur spazieren“. Für uns ist Gassi am Ortsrand jeden Tag wie ein Kurzurlaub oder eine Kur vom Alltag. Wir können beide sehr gut dabei entspannen und den Kopf frei kriegen. Mein Hund darf dabei Hund sein, schnüffeln, Ruhe genießen, Mäuse jagen, pieseln wo er möchte und einfach nur glücklich sein. Mein Hund hat nichts davon, durch eine Häusersiedlung zu laufen. Außer Stress. Und das brauche ich auch nicht. Aber wenn ich möchte, dass mein Hund auch durchs Dorf laufen kann, dann führe ich ihn Stück für Stück ran und gehe immer wieder kleine Runden nahe am Dorf bis es für ihn stressfrei ist. Ich glaube, mein Hund liebt mich abgöttisch dafür, dass wir so leben und ich ihm kein Dorf-Gassi antue.

 

  1. Was tut man, wenn der Hund also total abdreht und bellt und wir damit so richtig negativ auffallen? Ich muss lernen, drüber zu stehen. Es muss mir einfach egal werden. Ich muss meinem Hund nicht jede Situation antun. Wenn wir in Situationen kommen, in dem es ihm zu viel wird, hole ich ihn einfach aus der Situation heraus. In eine Hundeschule gehen wir z.B. schon lange nicht mehr. Es war nur purer Stress, den wir uns lieber ersparen. Ich möchte doch selbst ungern mich mit vielen verschiedenen fremden Menschen treffen. Warum erwarte ich dann von meinem Hund, dass er das tun sollte und auch noch toll finden sollte? Wir lernen andere Hunde lieber Stück für Stück kennen. Fremde Hunde werden bis jetzt noch konsequent angebellt. Und ich als Mensch, als Hundehalter, muss an meinem Selbstbewusstsein arbeiten und damit leben, dass wir auffallen. Wir sind deshalb nicht aggressiv, sondern nur reizüberflutet. Wer uns wirklich kennen lernen will, schaut darüber hinweg und fragt uns, warum wir so viel bellen. Meine Antwort lautet dann:“ Mein Hund kann Gedanken lesen und spürt, wer uns nicht gut gesonnen ist.“ Und es stimmt. Ein großer Teil unserer Nachbarschaft ist nicht nett. Dafür können wir aber nichts.

Die Situation ist einfach so wie sie ist. Ich bin extrem sensibel. Mein Hund ist extrem sensibel. Machen wir das Beste daraus und genießen unser Leben, so wie es uns gefällt 🙂

 

Meiner Meinung nach, kann sich Hochsensibilität auch erst nach Jahren beim Hund aufzeigen. Die Ursache ist Stress, der sich im Körper anstaut und nicht durch Bewegung oder Ruhe abgebaut wird. Es ist wie wenn der Hund dem Hundehalter sagen würde „Es reicht jetzt. Ruhe ist angesagt. Ich kann nicht mehr.“ Bitte nehmen Sie die frühen Warnzeichen wahr. Manchmal sind sehr empfindsame Hunde auch total depressiv, weil sie ein Leben lang missverstanden und zu einem Leben gezwungen werden, dem sie nicht gerecht werden.

Sehr empfindsame Hunde brauchen ein ruhiges, entspanntes Leben, in dem sie sich wohlfühlen und in ihre eigenen, individuellen Tempo gefördert werden.

Wir haben uns immer versucht anzupassen, einen Hund so zu erziehen, „wie es sich gehört“. Jedoch hat es uns alle gestresst, daher leben wir unser Leben heute, wie es UNS glücklich macht und müssen darauf pfeifen, was andere von uns denken.

Sensible Hunde sind übrigens wunderbare Tröster und können zum Teil hervorragend als Therapiehund arbeiten.

 

Wie kann DOG-Chilling unterstützen?

Stress kann sich im Bindegewebe und in den Muskeln abspeichern und durch gängige Methoden nicht mehr gelöst werden. DOG-Chilling kann den Körper und die Seele des Hundes wieder ins Gleichgewicht bringen. Es ist wie eine Auszeit, die sehr entspannend wirken kann. Durch meine Erfahrung mit hochsensiblen Hunden oder extrem sensiblen Hunden kann ich sagen, dass diese betroffenen Hunden nach eine DOG-Chilling Anwendung regelracht AUFATMEN. Sie spüren, dass ich genauso ticke, fühlen sich wohl und gut verstanden, können Stress loslassen und neue Kraft tanken.

Falls Sie selbst als Hundehalter von extremer Sensibilität betroffen sind oder damit gesegnet sind, kann ich Ihnen selbst DOG-Chilling wärmstens empfehle, damit Sie und Ihr Rudel wieder zusammen Ihr Gleichgewicht finden können.

Ich wende bei meinem Hund zusätzlich ein Magnesium-Spray an, das man sich ganz einfach aus Magnesium und Wasser selbst mischen kann. Inspiration finden Sie dazu im Internet. Meiner Erfahrung nach dämpft es ein wenig die Überreizung und dient der Enstpannung der Hunde.

Wer sich für das oben genannte Buch interessiert, kann bei Amazon eine Leseprobe anfordern: DIREKT-LINK zu Amazon.

 

Wann testen Sie DOG-Chilling?

Falls Sie diese Informationen interessant fanden und Sie nun neugierig auf diese Methode sind, dürfen Sie gerne einen ersten DOG-Chilling Termin vereinbaren, per E-Mail an info@dog-chilling.com

Wir freuen uns auf Sie!

Wir kommen zu Ihnen nach Hause, zwischen Lahr, Offenburg, Kehl, Gengenbach und 77743 Neuried. Nähere Infos finden Sie dazu unter „Facts“.

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