Wenn Angsthunde zittern

Wir alle kennen diese Situation: Der Hund zittert aus Angst oder einer stressigen Situation heraus und als allererste Reaktion streicheln wir ihn, um ihn zu beruhigen.

 

Der typische Hundetrainer Tipp ist schnell daher gesagt: Streicheln bestätigt das Angstverhalten und Mitleid führt dazu, dass der Hund sich nicht sicher fühlt. Also, sollten Sie es nicht tun.

Ich persönlich finde es gut, wenn man einen ängstlichen Hund beruhigen möchte, jedoch nicht mit streicheln, sondern mit beruhigenden Worten. So weit so gut erstmal.

 

Nun aber mal eine völlig neue Idee: Wie wäre es, wenn Zittern gut ist?

Wie wäre es, wenn die Natur das Zittern als wichtiger Überlebens-Modus vorher gesehen hat?

 

So gesehen kann man Zittern beim Hund von einer ganz anderen Seite betrachten. Wir sprechen hier natürlich nicht von einem Zittern, dass aus einer Verletzung oder Krankheit kommt, sondern nur vom Angst bedingten Zittern.

Warum sind wir so schnell dabei, Hunde streicheln zu wollen, wenn sie zittern? Kommt das daher, weil man das bei Kindern so macht?

Da kommt das Thema Vermenschlichung nämlich wieder ins Spiel. Reagieren Hunde vielleicht anders als Kinder? Unterscheiden Sie sich im Verhalten? Ich würde sagen, ja!

Es ist gut möglich, dass wir einen natürlichen Prozess beim Hund unterbinden, wenn wir ihn streicheln, wenn er ängstlich ist und zittert.

 

Mal ganz simpel erklärt: Zittern ist eine körperliche Bewegung, bei der Stress abgebaut wird.

Wenn wir das dem Hund verbieten oder ihm mit Streicheln abgewöhnen, können daraus resultierend stressbedingte Krankheiten entstehen, weil der Hund seinen Stress nicht natürlich abbauen konnte. Der Stress kann sich durch Unterdrückung im Körper „festsetzen“ weil das Adrenalin, welches in Stress-Situationen vermehrt gebildet wird, nicht durch Bewegung (wie z.B. Zittern) verbraucht wird.

Stellen Sie sich vor, wie Sie als Mensch auf eine sehr stressige Situation reagieren oder vor etwas Angst haben. Was machen wir Menschen? Wir unterdrücken meist jegliche natürliche Reaktion, mit der wir Stress abbauen könnten. Wir müssten eigentlich weinen, schreien, flüchten, toben, unseren Emotionen Ausdruck verleihen.

 

Wie fühlen Sie sich, wenn sie traurig, ängstlich oder wütend sind?

Wahrscheinlich „voll geladen mit Emotionen“, „kurz vorm Platzen“, „hilflos“.

 

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie sich erlauben, wütend zu sein, zu schreien zu weinen?

Wahrscheinlich sehr erleichtert, oder?

 

Genau so geht es Hunden. Es gibt allerdings einen Unterschied. Ein Hund würde regieren und irgend etwas tun, um seine Angst, Wut oder sonst was los zu werden.

Was würde er tun?

Bellen, rennen, flüchten, sich verstecken, winseln, zittern usw.

 

Wir Menschen wiederum erlauben uns oft so ein eigentlich natürliches Verhalten nicht mehr. Wir leben angepasst, möchten nicht auffallen, erstarren in der Öffentlichkeit lieber, wenn wir Angst haben, statt dass wir rennen oder schreien, zittern oder weinen. Wir verbieten uns zu RE-AGIEREN, verbieten uns zu HANDELN.

Leider tun wir dasselbe mit unseren Hunden, wenn sie eigentlich Reaktionen zeigen möchten, aber nicht dürfen.

 

Ertappen Sie sich bei den folgenden Fragen?

  • Streicheln Sie Ihren Hund, wenn er vor Angst zittert?
  • Halten Sie Ihren Hund noch fester, wenn er eigentlich flüchten will?
  • Ziehen Sie Ihren Hund nach hinten, wenn er eigentlich nach vorne will?
  • Verbieten Sie Ihrem Hund zu bellen, wenn er Ihnen eigentlich gerade etwas melden will?

Oftmals wäre es wichtiger, die Hundesprache und das Bellverhalten besser und individuell zu studieren, als einfach nur gängige Hundetrainer Methoden anzuwenden. Alle Hunde sind unterschiedlich und wir wenden oft ein und die selbe Methode für alle Hunde an.

Bei mir hat es drei Jahre gedauert, bis ich gecheckt habe, warum mein Hund in der Wohnung bellt. Er denkt, er sei ein Wachhund. Seitdem ich mich bei ihm mit einem kurzen „DANKE, reicht!“ bedanke, fühlt er sich in seiner Rolle bestätigt und nach einem Beller ist Ruhe. Dazu würden mir eher selten ein Hundetrainer raten, aber für mich und meinen Hund funktioniert es spitzenmäßig.

Mein Hund wollte einfach nur gehört und ernst genommen werden. Nur eine Frage war notwendig: Warum bellt mein Hund und was will er von mir?

Vielleicht wäre es ratsam, sich zu fragen:

  • warum zittert der Hund gerade?
  • warum bellt der Hund?
  • warum reagiert der Hund aggressiv?

Oftmals sind Hunde einfach nur voller Bewegungsdrang. Auch das ist wiederum angestauter Stress, viel Hormonstau, viel Adrenalin, viel Power. Genug Bewegung wäre hierbei schon mal der erste Schritt zur Besserung.

Wenn wir Hundehalter oder auch unsere Hunde vermehrt Adrenalin produzieren, sind wir zu Höchstleistungen fähig, sind besonders kraftvoll, zur Flucht bereit. Es wäre fatal, den Hund dann fest zu halten oder zu streicheln. Alles, was er will, ist Adrenalin abbauen, in Form von Bewegung. Das kann Bewegung in Form von Rennen sein oder auch in kleiner Form als Zittern. Das ist ein von der Natur vorhergesehener Mechanismus, Adrenalin (Stresshormon) abzubauen und Serotonin (Glückshormone) aufzubauen.

Wenn wir unseren Hunden das nicht erlauben, kann das schnell nach hinten losgehen. Es könnte passieren, dass sich dieses „Angsterlebnis“/Traumata im Körper speichert, in Form von Bindegewebs- oder Muskelverhärtungen.

Das wiederum kann sehr viele andere Krankheiten mit sich bringen. Die Organe können durch die Muskelverhärtungen eingeklemmt werden und nicht richtig arbeiten. Es kann sein, dass der Hund durch Verfestigungen chronische Schmerzen hat. Es gibt viele Krankheiten, die durch ein Ungleichgewicht hervor gerufen werden können. Sie kennen es ja bestimmt selbst, als Hundehalter, wie es sich anfühlt „Dauermuskelkater“ oder chronische Bauchschmerzen zu haben. Der ganze Bewegungsapparat kann durch Verspannungen aus dem Gleichgewicht geraten.

Deshalb ist es sehr wichtig, den Hund nicht zu streicheln, wenn er eigentlich zittern möchte. Sie können ihn gerne mit ruhigen, positiven Worten beruhigen, ihn zittern lassen, ihn ermutigen statt zu bemitleiden. Eine weitere gute Methode wäre es, wenn Sie Ihren Hund umarmen, wenn er es zulässt. Auch so können sie ihm Sicherheit geben. Was auch gut ist, wäre, dass Sie ihren Hund massieren, und zwar im unteren Rücken-Bereich. Damit wird sein Gewebe gelockert und er kann dennoch Stress durch Zittern abbauen. Danach wäre es klasse, wenn Sie ihm schnellstmöglich die Chance geben, mit Bewegung (Rennen, schnelles Laufen), das angestaute Adrenalin loszuwerden und ihn stattdessen „Glückshormone“ bilden lassen.

 

Hunde, die dauerhaftem Stress ausgesetzt sind

Nun gibt es viele Hunde, die nicht das Glück hatten, ihren Stress auf diese Art und Weise abzubauen und es häuft sich von Jahr zu Jahr im Körper an. Als Beispiel kann man Tierheimhunde nennen, die den ganzen Tag Lärm um sich haben. Hinzu kommt der Stress, auf ein neues zu Hause zu warten, eventuell einen Verlust des Herrchens oder Frauchens zu verarbeiten. Man kann sich vorstellen, dass sich da viel Stress, als auch Gefühle wie Trauer, Ärger, Wut in einem Hundekörper ansammeln können.

Oder ein anderes Beispiel:

Ein Hund, der als „Spielzeug“ für die Kinder gekauft wird. Er versucht es, jedem Recht zu machen, aber die Kinder kriegen keine Grenzen aufgezeigt. Er wird ständig gestreichelt und gejagt, beim Schlafen und Fressen gestört, herumgetragen – ob er will oder nicht. Gerade bei Kleinhunden kommt hier noch hinzu, dass Sie unterschätzt werden und oft nur wenig Auslauf bekommen – was aber genau hier sehr wichtig wäre, um den Frust abzubauen und mal eine „Auszeit“ zu haben.

Sie sehen, es gibt sehr viele Beispiele, von Stresssituationen. In vielen Fällen können die Hunde dadurch krank werden, sei es psychisch (z.B. depressiv, Angstbeißer, hyperaktiv, sich panisch im Kreis drehen) oder physisch (z.B. Schilddrüsen-Probleme, Verdauungs-Störungen, Magengeschwüre usw.).

 

Wie kann DOG-Chilling unterstützen?

Durch DOG-Chilling kann es sehr gut möglich sein, diesen Abbauprozess von Adrenalin zu unterstützen. Oft fühlt es sich für die Hunde an, als könnten Sie wie ein PC endlich mal „runterfahren“ und neu starten. Das Körpersystem kann dadurch angeregt werden, sich selbst zu regulieren. Der ganze Hundekörper kann wieder ins Gleichgewicht kommen.

Durch sanfte Berührungen werden leichte Impulse gesetzt und die Energie kann wieder in Schwung kommen. Emotionen, Traumata, egal, was der Hund alles erlebt hat, es kann sich durch DOG-Chilling wieder lösen. Gerade, wenn es sich über Jahre angesammelt hat und man es mit reiner Bewegung nicht gelöst bekommt.

 

Wann testen Sie DOG-Chilling?

Falls Sie diese Informationen interessant fanden und Sie nun neugierig auf diese Methode sind, dürfen Sie gerne einen ersten DOG-Chilling Termin vereinbaren, per E-Mail an

Wir freuen uns auf Sie! 

Wir kommen zu Ihnen nach Hause, zwischen Lahr, Offenburg, Kehl, Gengenbach und 77743 Neuried. Nähere Infos finden Sie dazu unter „Facts“.

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